Yoga und wie kann ich Yoga in den Alltag integrieren?

Das Wort Yoga kommt aus dem indischen und bedeutet Einheit. Die Einheit von Körper, Geist und Seele ist daher das Ziel im Yoga. Dieses zu erhalten bedarf unterschiedlichen Herangehensweisen, zum Yoga gehören nicht nur die Asanas (die Körperhaltungen), vielmehr gehören die Meditation, Atemtechniken und ein gesunder, vor allem liebevoller Umgang mit sich selbst und mit der Umwelt auch dazu.

Es tut nicht nur unglaublich gut, viel und oft in Yogaklassen zu gehen und zu merken, wie die Bewegung, Dehnung und gleichzeitige Kräftigung dem Körper gut tut. Die Entspannung am Ende einer jeden Stunde auch nicht zu vergessen. Während wir in der Stunde positive Energien (Prana) aufnehmen, hat diese Energie am Ende der Stunde Zeit, sich im Körper zu verteilen. Die Stunde hilft uns zur Ruhe zu kommen und das eigentliche Ziel im Yoga ist es den Geist zur Ruhe zu bringen.

Schon in einem ganz altem Yoga Leitfaden (dem Yoga Sutra nach Patanjali) steht geschrieben: yogaś citta-vṛtti-nirodhaḥ 

Virabhadrasana (Held)

Yoga ist das zur Ruhe bringen des Geistes

Die Frage ist lediglich, wie schaffe ich das und vor allem, wie ist das Umzusetzen im oftmals stressigen Alltag in der heutigen Zeit.

Die Yogaklassen im Studio helfen und tun ihr übriges, allerdings ist es auch für viele Menschen eine große Herausforderung in eine Yogaklasse zu gehen; fehlendes Vertrauen in sich selbst, Zeitmangel, kein passendes Studio direkt nebenan und vieles mehr halten uns davon ab.

Dieses bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass ich nicht auch dieselben Wirkungen von Yoga erfahren darf.

Yoga lässt sich super in den Alltag integrieren, nicht nur die Asanas lassen sich wunderbar auch zuhause praktizieren, auch einige der sanfteren Atemtechniken können bereits sehr viel bewirken. Das Hineinspüren in sich selbst ist zusätzlich ein sehr wertvoller Beginn um den Alltag gut zu meistern und die Entspannung zu erlangen, die der Körper braucht.

Das Wichtige ist aber vor allem zu erkennen, was der einzelne Mensch überhaupt braucht, denn was für den einen wichtig und sinnvoll ist, ist für den anderen eventuell sogar kontraproduktiv.

Daher ist es als erstes einmal gut, wenn ich herausfinde was ich überhaupt brauche und was meinem Körper guttut, jeweils zu dem Zeitpunkt an dem ich es überprüfe. Denn auch was meinem Körper gut tut, ist situations- und tagesformabhängig. Wenn ich zum Beispiel gerade vor einer Prüfung oder einer schweren Situation stehe, kann es durchaus hilfreich sein, mich mit Atemtechniken zu beruhigen und konzentrierter zu sein, während ich in einer sehr ruhigen Yin Yoga Klasse zu dem Zeitpunkt eventuell Schwierigkeiten hätte, mich zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen. Auch hier gilt, jeder ist individuell zu betrachten und es kann genauso anders herum sein. 

Yoga Übungen Baum (Vrksasana) und Uttanasana-Vorbeuge

Aber wie finde ich heraus, was mir zu einem gewissen Zeitpunkt wirklich guttut?

Mit einer ganz einfachen Yoga-Übung, die sich gut in den Alltag integrieren lässt, zum Beispiel direkt vor der jeweiligen Situation oder direkt morgens nach dem Aufstehen oder wann immer es sinnvoll erscheint;

Suchen Sie einen Platz an dem Sie ein wenig Ruhe haben, setzen Sie sich aufrecht hin (auf einen Stuhl oder ein Sitzkissen). Ihre Wirbelsäule ist aufgerichtet und Ihre Beine liegen so, dass es sich angenehm anfühlt (über Kreuz oder ausgestreckt). Es ist wichtig, dass Sie ein paar Minuten in der Haltung bequem sitzen können. Dann schließen Sie die Augen und atmen Sie.

Dies allein liest sich sehr einfach, kann aber für den einen oder anderen schon eine Herausforderung sein. Wenn Sie bemerken, es fällt Ihnen leicht, dann genießen Sie dieses Gefühl, wenn Sie bemerken, es fällt Ihnen nicht ganz so leicht, dann genießen Sie das Gefühl dass Sie erkannt haben, wie es Ihrem Körper geht und ändern Ihre Position ganz bewusst.

Atmen Sie nun langsam durch die Nase ein und durch die Nase aus. Versuchen Sie die Atmung ganz gleichmäßig durch die Nase ein und ausströmen zu lassen. Eventuell tut es hier gut, mitzuzählen, dieselbe Länge der Atmung durch das zählen zu erlangen oder Sie sagen sich  in Gedanken dazu: ich erkenne was mir jetzt gerade gut tut bei der Einatmung und ich erkenne was mir gut tut bei der Ausatmung. Dann atmen Sie einige Minuten einfach so ruhig und bewusst ein und aus und spüren Sie in Ihren Körper, spüren Sie in Ihren Geist und in Ihre Atmung. Nehmen Sie selbst wahr und üben Sie diese kurze Meditation einige Zeit und einige Tage um zu sehen, wie gut es tut sich selbst wahrzunehmen.

Setzen Sie sich nicht unter Druck, es kann einige Tage dauern bis Sie sich vollständig auf diese Atmung einlassen können und bis Ihre  Atmung gleichmäßig ein und ausströmt. Die Atmung ist ein wichtiger Indikator dafür wie es Ihnen geht und dennoch verlieren wir im Alltag oftmals dieses Bewusstsein dafür.

Wenn Sie dann bemerkt haben und erkennen, was Ihr Körper und Ihr Geist brauchen, dann können Sie gerne entweder dynamische Bewegungen oder einzelne oder ruhige Asanas in Ihren Alltag integrieren.

Eventuell kennen Sie bereits einige Yoga Übungen wie den Helden oder den Baum