Was tun, wenn die Wechseljahre Männer müde und lustlos machen?

Auch Männer können in die Wechseljahre kommen. Anders als bei Frauen verändert sich jedoch der Hormonhaushalt beim vermeintlich starken Geschlecht langsamer und schleichender. Ansonsten unterscheiden sich die Anzeichen nicht sehr: Kommen Männer in die Wechseljahre, leiden sie ebenfalls an Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen und Schweißausbrüchen. Ein sorgsamer Umgang mit dem eigenen Körper, regelmäßige Bewegung und eine kluge Mischung aus Vitaminen, Mineralstoffen und pflanzlichen Hormonen können hier Abhilfe schaffen. Was die Symptome der Wechseljahre bei Männern hervorruft, was Testosteron damit zu tun hat und was die Auswirkungen eines Mangels des Sexualhormons Testosteron sind, erfährst du hier.

Mann in weißem Pullover schaut nachdenklich in die Ferne

Körperliche Veränderungen in der Lebensmitte des Mannes

Wie bei Frauen auch beginnt bei Männern ab dem 40. Lebensjahr eine körperliche Veränderung. Der sinkende Testosteronspiegel bringt Beschwerden mit sich. Diese sind den typischen Symptomen der weiblichen Wechseljahre sehr ähnlich: Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und leichte Gewichtszunahme plagen beide Geschlechter um die Lebensmitte. Hinzu kommen jedoch auch häufig Schwierigkeiten mit der Potenz. Auch psychische Probleme sind nicht unüblich.

Bei der Midlife-Crisis wird zuerst an Männer gedacht. Dabei gibt es sie auch bei Frauen und die Wechseljahre als körperlicher Prozess sind ein Teil davon. Erst in den letzten Jahren wird die Andropause (auch Klimakterium virile oder Aging-Male-Syndrom genannt) genauer untersucht und mit der weiblichen Menopause verglichen. Trotz ähnlicher Symptome sind die Wechseljahre bei Männern aber nicht ganz das Gleiche.  

Paar liegt im Bett, Mann liest Zeitung

Der kleine Unterschied: Wie verlaufen die Wechseljahre bei Männern?

Die Produktion des männlichen Geschlechtshormons Testosteron nimmt bereits ab dem 30. Lebensjahr ab. Um die 40 sinkt sie abermals um ein- bis eineinhalb Prozent. Das liegt vor allem an der schlechteren Durchblutung der Hoden. In den Hoden werden 95 Prozent des Testosterons produziert. Anders als Frauen sind Männer aber auch nach dem Ende der Wechseljahre zeugungsfähig. Die hormonelle Umstellung verläuft auch schleichender.

Manche Frauen sind sehr froh über das Wegfallen von Fruchtbarkeit und Menstruation. Es fällt ihnen dann dadurch leichter, Sex entspannt zu genießen. Bei Männern zeigt sich die hormonelle Umstellung (vor allem der niedrige Testosteronspiegel) jedoch auch in Erektionsstörungen oder durch weniger Lust auf Sex. Nichts, was sich ein Mann wirklich wünscht. Bei manchen Männern ist die Andropause nach sieben bis zehn Jahren abgeschlossen, bei anderen kann sie bis zum 75. Lebensjahr dauern. Trotz bleibender Fruchtbarkeit sinkt der Testosteronspiegel auch danach mit zunehmendem Alter stetig nach unten.

Mann im Bett greift auf Wecker

Symptome der Wechseljahre bei Männern

Nicht alle Männer leiden gleich stark unter der hormonell bedingten Veränderung: Nur etwa die Hälfte bemerkt die Anzeichen der männlichen Wechseljahre überhaupt. Mögliche Beschwerden sind:

  • Abnahme der sexuellen Lust
  • Probleme eine Erektion zu bekommen oder zu behalten
  • Haarausfall
  • Abbau von Muskel- und Zunahme von Fettmasse
  • mangelnde Motivations- und Leistungsfähigkeit
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • innere Unruhe, Stimmungsschwankungen und depressive Verstimmungen
Mann mit nacktem Oberkörper misst sein Körperfett

Böses Bauchfett und Blues: Wenn die Energie ab 45 abflaut

Testosteron ist wichtig für den Aufbau der Knochen- und Muskelmasse, den Fettstoffwechsel und die Lust am Sex. Vor allem Bauchfett, das sich gerne bei Männern ab 40 bildet, kann gesundheitliche Beschwerden mit sich bringen. Auch das Osteoporoserisiko nimmt zu. Die hormonellen Veränderungen bringen indirekt auch Lustlosigkeit und Mangel an Bewegungsfreude mit sich. Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, den Stoffwechsel und die Durchblutung mit Sport wieder in Schwung zu bringen. Wie bei den Frauen auch sind die Wechseljahre und die Andropause ein Zeichen dafür, dass es Zeit ist, an wichtigere Dinge zu denken, als an die Reproduktion.

Mann joggt im Freien

Gesunde Ernährung, Sport und mentale Fitness: Wie kann der Mann dem Alter die Stirn bieten?

In jungen Jahren verzeiht der Körper Genussmittel und fehlende Bewegung noch viel mehr. Zwischen 40 und 50 ist der Körper noch fit, braucht aber gerade jetzt vermehrt Aufmerksamkeit, Pflege und "Wartung", um auch später noch in Form zu sein. Der Verzicht oder der eingeschränkte Genuss von Alkohol, Koffein und Nikotin sind kein Fehler, denn Schweißausbrüche, Schlafprobleme und Depressionen werden durch den Genuss dieser nur verstärkt.

Eine Hormonersatztherapie bei Testosteron-Mangel ist nur in ganz wenigen Fällen des Klimakteriums für Männer notwendig. Nur bei Diabetes oder sehr starker Gewichtszunahme (Adipositas) wird ein Arzt zu einer solchen raten.

Wichtig sind jetzt:

  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Bewegung
  • Aktivierung der grauen Zellen
Mann hält Schüssel mit Salat

Mit pflanzlichen Mitteln und Nährstoffen zu mehr Fitness und Vitalität

Die Wechseljahre beim starken Geschlecht sind eine Mischung aus der Veränderung der Menge der Hormone (niedrige Testosteronwerte) und leichten körperlichen Abnutzungserscheinungen. Probleme im Umgang mit dem fortschreitenden Alter können erste Anzeichen wie Stimmungsschwankungen und Depressionen manchmal verstärken. Jetzt ist es wichtig, den Stoffwechsel in Schuss zu bringen, damit der Organismus fehlende Hormone ausgleichen kann. Körperliche Bewegung ist genauso wichtig wie hochwertige Nahrung.

Nahrungsergänzungsmittel können, gezielt eingesetzt, das eine oder andere Symptom der Wechseljahre bei Männern lindern. Die Inhaltsstoffe sorgen für mehr Vitalität, Muskelkraft und Virilität. Häufig verwendet werden:

  • Maca: Die Macawurzel gilt in Südamerika als hochgeschätztes Verjüngungs- und Potenzmittel. Die Knolle enthält sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die dem männlichen Sexualhormon Testosteron sehr ähnlich sind. Diese kurbeln die Durchblutung im Beckenbereich an und fördern auch die Bildung des körpereigenen Hormons. Außerdem liefert die Macawurzel Antioxidantien und jede Menge wichtiger Nährstoffe für den ganzen Körper.
  • L-Arginin: Der Eiweißbaustein L-Arginin weitet die Gefäße und hat eine anregende Wirkung. Die Muskelzellen werden so besser mit Nährstoffen versorgt. L-Arginin kann bei gleichzeitigem Fettabbau den Muskelaufbau fördern.

  • Coenzym Q10: Der Vitalstoff Coenzym Q10 liefert den Zellen Energie und sorgt außerdem für ein schöneres Hautbild.

  • Zink: Die richtige Menge an Zink kann sich positiv auf den Testosteronspiegel auswirken.

  • Selen: Das Spurenelement Selen stärkt die Abwehrkräfte und das Immunsystem. Es sorgt für schönes Haar und eine gesunde Produktion der Spermien.

  • B-Vitamine: Ein Vitamin-B-Komplex sorgt für bessere Stimmung und unterstützt den Hormonstoffwechsel. Vor allem Vitamin B1 und Vitamin B6 wirken nervenstärkend und daher anregend auf Gehirnaktivitäten und die Psyche.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.