Wie kannst du deinen Heißhunger stoppen?

Abnehmen ist leicht gesagt, doch wenn dir Heißhungerattacken jeden kleinen Erfolg wieder zunichtemachen, hört der Spaß auf. Mit deinem Appetit auf Kekse, Schokolade und andere Süßigkeiten, Salziges oder schön Fettiges stehst du keineswegs alleine da. Aber was ist zu tun, wenn der Körper lauthals nach einer Tafel Schokolade verlangt und ein kleines Hüngerchen sich zu ausgewachsenem Heißhunger entwickelt? Wir verraten dir, wie du deinen Heißhunger stoppen kannst.

Frau mit Heißhunger beißt in Schokoladentafel

Hunger oder Heißhunger?

Hunger ist lebenswichtig! Wie sonst sollten wir wissen, dass unser Körper einen Nachschub an Nährstoffen benötigt und wann die Nachfrage gedeckt ist? Normaler Hunger lässt sich eine Weile aushalten und ist durch die nächste gesunde Mahlzeit erst einmal gestillt. Das gewöhnliche Hungergefühl ist also durchaus gesund und für die Gesundheit des Menschen unverzichtbar.

Das gesunde Sättigungsgefühl setzt erst zehn bis 15 Minuten nach dem Essen ein, weshalb generell empfohlen wird, sich bei der Nahrungsaufnahme Zeit zu nehmen. So kann der Magen in Ruhe arbeiten und kündigt rechtzeitig an, dass der Appetit gestillt ist.

Heißhunger und Fressattacken sind hingegen nicht so leicht zu befriedigen. Heißhunger ist durchaus nicht zu missachten, da er auf einen Fehler im System Ernährung hinweist, allerdings ist es ebenso wichtig, gegen dessen Ursachen vorzugehen. Heißhungerattacken können Begleiterscheinungen von falsch angegangenen Diäten sein, aber auch auf ernstere physische und psychische Ursachen zurückgehen.

Hungrig nach Veränderung - Ein Buch voll Tipps und schmackhaften Rezepten

In ihrem Buch „Hungrig nach Veränderung“, welches vor Kurzem von der Life Success Media GmbH veröffentlicht wurde, klären die renommierten Autoren James Colquhoun und Laurentine Ten Bosch uns über die Ursachen und Mittel zur Bekämpfung von Fressattacken auf. Sie erklären, weshalb die Diätmittelindustrie einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Entstehung von gestörtem Essverhalten beiträgt und was wir dagegen tun können.

Mit zahlreichen schmackhaften Rezepten machen James Colquhoun und Laurentine Ten Bosch Appetit auf gesunde Lebensmittel und erläutern, welche Nahrungsmittel man besser vermeiden sollte. Ziel dabei ist es, den eigenen Körper wieder selbst zu kontrollieren und durch eine ausgewogene Ernährung, ohne ungesunde Lebensmittel, dem Heißhunger den Kampf anzusagen.

Woher kommt der unstillbare Hunger auf Süßes?

Die Lust auf Süßes kann verschiedene Ursachen haben.

Die am einfachsten zu bekämpfende ist ein gestörter Essrhythmus. Wenn du den ganzen Tag nur wenig zu dir nimmst, schreit dein Körper am Abend nach Nährstoffen. Aus Angst, dass der folgende Tag genauso strapaziös wird, sorgt der Magen vor und will wirklich voll werden. Gesunde Ernährung sieht anders aus.

Aber auch Gewohnheit kann eine Ursache für das unstillbare Verlangen nach Fett und Zucker sein. Hast du deinen Körper erst einmal daran gewöhnt, dass er jeden Abend vor dem Fernseher ein Stück Schokolade zu essen bekommt, besteht er darauf, dass das auch so weitergeht. Unser Tipp: Genauso gut ist es möglich, sich an ein bisschen Obst am Abend zu gewöhnen. Das hält den Blutzuckerspiegel auf einem gesunden Level.

Heißhungerattacken sind jedoch auch Anzeichen dafür, dass etwas wirklich nicht stimmt. Negative Emotionen wie Angst, Stress oder Traurigkeit schreien oft geradezu nach etwas Süßem. Das kann harmlos sein, aber ebenso gut ausarten. Auch hier spielt die Gewohnheit eine Rolle. Hast du dich erst einmal daran gewöhnt, ist der Heißhunger nur noch schwer zu stoppen.

verschiedene Süßigkeiten

Was kann krankhaften Heißhunger auslösen?

Die Ursachen für ungesunden Hunger können auch psychisch sein. Nicht selten sind Erkrankungen der Schilddrüse für ein unstillbares Hungergefühl und die damit verbundene Gewichtszunahme zuständig. Bei einer Überfunktion dieses vor allem bei Frauen problemanfälligen Organs werden nicht genügend Hormone erzeugt, sodass der Stoffwechsel stark verlangsamt abläuft. Auch Erkrankungen der Leber oder Stoffwechselstörungen führen zu einem unkontrollierten Essverhalten.

Zu den psychischen Gründen für krankhaften Heißhunger zählt die allgemein als Bulimie bekannte Erkrankung Ess-Brech-Sucht, die zwischen Fressattacken und anschließendem Erbrechen wechselt. Auch die sogenannte Fettsucht geht mit regelmäßigen Heißhungerattacken einher, begleitet von dauerhaft gesteigerter Nahrungsaufnahme.

Weitere Gründe für das übermäßige Bedürfnis nach Süßigkeiten und Fett sind:

  • eine fehlerhafte Diät oder der Gebrauch von Produkten, die den Hunger unterdrücken
  • übermäßiger Konsum von Alkohol oder Cannabis
  • bestimmte Medikamente (zum Beispiel einige Antidepressiva)
  • prämenstruelles Syndrom
  • Infektionen durch Bandwürmer oder ähnliches.

Was tun gegen den unstillbaren Drang zu Zucker und Fett?

Um gegen harmlose Ursachen wie einen gestörten Essrhythmus, Gewohnheiten oder falsche Diäten vorzugehen, benötigst du normalerweise keinen Arzt. Regelmäßige gesunde Mahlzeiten sind eine unausweichliche Voraussetzung für die Beruhigung des schlechten Gewissens. Nimm dir Zeit beim Essen und achte auf eine Auswahl an gesunden Lebensmitteln.

Die richtige Mahlzeit zusammenzustellen ist schwierig, vor allem, da jeder Experte etwas Anderes zu diesem Thema zu sagen hat. Der Trick ist sowohl komplexe Kohlenhydrate als auch Eiweiß in den Speiseplan zu integrieren. Einfache Kohlenhydrate, wie sie in einfachem Weizenmehl enthalten sind, helfen nur wenig gegen das Hungergefühl. Ein Tipp für Naschkatzen: Nach dem Essen ist der Blutzuckerspiegel bereits angestiegen, daher bietet es sich an, zu dieser Zeit eine Kleinigkeit zu naschen.

Ausreichend Sport hält gesund. Wer sich jeden Tag bewegt, fühlt sich voller Energie und hat von Natur aus weniger das Bedürfnis nach Schokolade als nach Obst. Gewöhn dir gar nicht erst an, dich nach dem Sport mit Süßigkeiten zu belohnen, sondern belohn deinen Organismus mit einem Stück Apfel oder einer Banane!

Frau versucht dem Hunger auf Kuchen zu widerstehen

Tipps um den Heißhunger zu stoppen

Trink viel Wasser! Wenn du jeden Tag genügend trinkst, wird der Appetit gehemmt, denn Wasser ist ein unglaublich wirksamer natürlicher Appetitzügler. Greif anstelle des Kaffees doch häufiger mal zu einem grünen Tee und statt Cola zu einer leichten Saftschorle.

Eine tolle Neuigkeit für alle Schlafliebhaber ist, dass mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht für körperliche Ausgeglichenheit sorgt. Bekommst du nicht genügend Ruhe, verlangt dein Gehirn nach einer Belohnung in Form von Schokolade oder ähnlichem. Langschläfer haben ab sofort ein hervorragendes Argument, um Kritiker auszuschalten.

Vermeide Light-Produkte und angebliche Crash-Diäten! Anstatt dir bei der Gewichtsabnahme zu helfen, werfen sie deinen Rhythmus durcheinander und führen auf lange Sicht eher zu einer Gewichtszunahme. Beim erfolgreichen Abnehmen sind Bewegung, viel Wasser trinken und eine ausgewogene Ernährung wesentlich hilfreicher, als sämtliche Diätprodukte oder etwa ganz auf das Essen zu verzichten. Wer Letzteres versucht, wird sicher mit einem unstillbaren Hunger auf Süßes bestraft, der den Plan abzunehmen zunichtemacht.

Bei schwerwiegenden Hintergründen für krankhaften Heißhunger ist auf jeden Fall ein Arzt aufzusuchen. Dieser wird zunächst in einem Gespräch alles über dein Essverhalten erfahren wollen und anschließend durch Bluttests und eine körperliche Untersuchung bestimmen, woher dein Bedürfnis nach ungesunden Lebensmitteln kommt und was dagegen zu tun ist.

Die Falle Kohlenhydrate

Kohlenhydrate führen bei niedrigem Blutzuckerspiegel zwar zu einem schnellen Anstieg, die Glukose wird allerdings auch schnell wieder angebaut. So bedarf der Körper nach kurzer Zeit wieder Nachschub und schreit erneut nach Essen.

Wer auf eine gesunde Ernährung, Bewegung und genügend trinken achtet, braucht sich, sofern keine krankhaften Heißhungerattacken bestehen, keine Sorgen machen. Außerdem ist übermäßiger Hunger nach besonders viel Sport, bei Jugendlichen oder Schwangeren normal. Hilft ein kontrolliertes Essverhalten nicht, hilft nur noch der Weg zum Arzt.

Wichtiger Hinweis: In diesem Beitrag werden nur allgemeine Hinweise gegeben, er stellt keine Grundlage für eine Selbstdiagnose dar! Bitte jedenfalls einen fachkundigen Arzt zu Rate ziehen.